Snack-Content begeistert Fans und Follower


Die Informationsflut in Netz wächst. Gleichzeitig lässt die Konzentration der Menschen immer schneller nach.
Das bedeutet: wer heutzutage im Internet mit seinen Produkte oder Dienstleistungen potenzielle Kunden erreichen möchte, muss auffallen und zwar mit kurzem, wirkungsvollem Content, der auch mobil gefällt.
Daraus hat sich ein neuer Trend entwickelt: der „Snack Content“.

Los ging der Buzz vor ein paar Jahren. Eher durch Zufall kreierten User lustige oder sarkastische Bild-Textkollagen oder belebten die veraltete GIF-Animationstechniken neu und verbreiteten beides über soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter, manchmal mit unglaublichem Erfolg. Klar, dass sich daraus ein Trend entwickelte. Insbesondere neue Apps steigen seit dem mehr und mehr auf diesen Content-Zug auf.

Heute steht Snack-Content für vielseitige, sehr kurze, aber einprägsame Inhalte.
Doch hat Snack-Content auch einen wirkungsvollen Nutzen für Unternehmen?
Aus meiner Sicht ein klares Ja.

Die 8 Vorteile von Content-Snacks

1. Sie sind schnell produziert.
2. Sie unterhalten.
3. Sie wecken Sympathie.
4. Sie machen neugierig.
5. Sie sind schneller konsumiert und geteilt als längere Inhalte.
6. Sie sind idealer Content für das Mobile-Marketing.
7. Gut gemacht erreichen sie schnell eine große Reichweite.
8. Die Produktionskosten sind vergleichsweise gering.

Das sind die beliebtesten Snack-Content Formate

Animierte Gifs
Bilder sind in sozialen Netzwerken beliebt. Bilder, die sich bewegen, sind noch beliebter.
Das in den 80erJahren entwickelte GIF-Dateiformat (Graphics Interchange Format; engl. Grafikaustausch-Format) eines Bildes hat eine Besonderheit: Es kann mehrere auch übereinander liegende Einzelbilder in einer Datei abspeichern. Webbrowser oder sozialen Netzwerken spielen diese Datei als Animation ab. Seit 2010, zeitgleich mit der wachsenden Beliebtheit des Social Webs, erlebte das etwas veraltete Bildformat eine wahre Renaissance. Wie professionell – fast filmisch – diese kleinen animierten GIFs aussehen können, zeigt dieses Beispiel, das ich für die YAHOO-Plattform tumblr. bzw. für den TV Sender SKY produziert habe:

http://diebestenserien.yahoo.com/post/127240489846/walking-hungry

Vine Videos
Die Twitter-Kurzfilm-App Vine ist weltweit bekannt. Mit ihr lassen sich einfache, aber auch sehr aufwändige Kurzvideos drehen. Die maximale Länge beträgt 6 Sekunden. Besonders beliebt: Stop-Motion-Kurzfilme. Viele Features, die die App zur Verfügung stellt, erleichtern den Dreh. Vines sind speicherbar und können auf anderen sozialen Netzwerken wie Facebook oder auch der eigenen Website verbreitet werden. Weitere Details lesen Sie im Blogbeitrag „Meine 10 besten Tipps zur Nutzung der Vine App“.

Eines meiner Vine Kurzvideos für Coca-Cola

Instagram Fotos und Videos
Schon über 200 Millionen Menschen bevorzugen Instagram. Umso wichtiger für Unternehmen, auch hier mit ansprechenden Bildern oder kurzen Videos präsent zu sein. Instagram erlaubt bei Videos maximal 15-Sekündiger. Text ist bei Foto- oder Video-Posts häufig eine Nebensache. Dafür spielen passende oder trendige Hashtags eine große Rolle. Auf diese Weise werden die Posts von den Nutzern gefunden, die nach den speziellen Schlagwörtern gesucht haben.

Memes
Kennen Sie Katzenbilder mit lustigen Sprüchen drauf? Witzige Kommentare, die nicht zu den Fotos passen, deren Sprache jedoch einen hohen Wiedererkennungseffekt haben? Oder Sprüche auf Fotos, die einen versteckten Hinweis zu einer bekannten TV-Serien oder einem Prominenten enthalten? Wenn das Internetvolk es millionenfach teilt, dann ist es ein Meme, ein schwer zu erklärendes Internetphänomen. Nach welchen Gesetzten die Netzgemeinde eine Meme nach oben pusht, ist nicht immer nachvollziehbar, dennoch meine Erfahrung ist: Um Aufmerksamkeit für das Produkt zu generieren, sind diese Art der Posts sicherlich gewinnbringend.
Beispiele:

http://diebestenserien.yahoo.com/post/127240559261/true-meme

http://diebestenserien.yahoo.com/post/127240620051/true-meme

Cinemagraphs
Bilder sind statisch. Beim einem Cinemagraph ist trotzdem etwas los. Ein kleines Detail des Bildes bewegt sich und der Betrachter hat das Gefühl ein Video zu sehen. Erstellt werden diese Bilder mit einer App, die technisch auf dem GIF-Format basieren. Aufgenommen wird eine 2 bis 3 Sekunden Videosequenz. Dann werden die einzelnen Bilder markiert und ihren Funktionen (statisch – bewegt) zugewiesen. Fertig ist das Cinemagraph. Ein Hingucker auf jeder Plattform, aber sehen Sie selbst:

Twitter Video
Twitter bietet ebenfalls seit Januar 2015 die Möglichkeit an, direkt aus dem sozialen Netzwerk heraus Videos bis zu 30 Sekunden lang aufzunehmen, zu bearbeiten und zu teilen. Vorhandene Videos können zudem direkt hochgeladen werden.

Periscope
Videos in Echtzeit übertragen: Das leistet die App Periscope. Einmal auf dem Smartphone, reicht es den Aufnahmebutton zu drücken und der Stream startet. Während des Stream können die Zuschauer live chatten, kommentieren und Herzen (wie likes) versenden. Die Konkurrenz-App Meerkat funktioniert ähnlich. Das Live-Streaming wird besonders bei jungen Menschen immer beliebter, sodass Unternehmen reagieren müssen. Ob eine Mitarbeiterschulung oder ein Live-Event wie eine Pressekonferenz: Alles ist möglich.

Snaps
Die Messenger-App Snapchat steht in direkter Konkurrenz zu WhatsApp. Weltweit soll es 200 Millionen aktive Nutzer geben. Im Durchschnitt sind die User 18 Jahre alt. Mit Snapchat lassen sich sogenannte Snaps versenden, also Bilder oder Videos, die man direkt aus der App heraus produziert oder aus seinen Aufnahmen im Handy heraus hoch lädt. Der Unterschied zu WhatsApp: Der Snack-Content löscht sich von selbst nach dem Anschauen, außer man kreiert aus mehreren Snaps eine Geschichte. Diese ist dann für 24 Stunden abrufbar.
Worin liegt der Wert für Unternehmen?
Folgen Ihnen Menschen und Kunden auf Snapchat, dann haben sie einen direkten Draht zu ihnen. Denn die Nutzer haben ganz bewusst Ihren Account hinzugefügt und wollen Ihre Geschichten/Snaps sehen. Das heißt: Der Snap geht nicht wie bei Facebook oder Twitter in der Fülle der Nachrichten unter.

Infografiken
Infografiken eignen sich hervorragend, Botschaften in Sekunden zu transportieren. Text und Grafikelemente zusammen lassen den Betrachter in null Komma nichts erkennen, welche Aussagen Sie verbreiten möchten. Weiterer Vorteil: Infografiken lassen sich vielseitig verwenden. Sie können dank des Webcodes in einen Blog oder auf Websites integriert und auf den beliebten sozialen Netzwerken gepostet werden. Ein Beispiel zum Thema Vine Kurzvideos gibt es hier.

Snackable Blog-Posts
Bestücken Sie Ihren Blog nicht nur mit Langtext-Beiträgen. Ab und an ein kurzes Blog-Häppchen kann zwischendurch nicht schaden. Es wird garantiert komplett gelesen, was bei den üblichen langen Artikeln nicht immer der Fall ist. Kleine Blogartikel eigenen sich daher für wichtige, hervorhebenswerte Botschaften – und dürfen gern auf einen weiteren, längeren Artikel verweisen.

Fazit

Snack-Content wird immer wichtiger. Schauen Sie sich das Nutzerverhalten Ihrer Fans und Follower an oder scrollen Sie im Newsstream Ihrer privaten Netzwerke: Das ist aktuell der trendigste Weg, potentielle Kunden zu finden und auf die Produkte sowie Dienstleistungen Ihres Unternehmens aufmerksam zu machen. Wichtig für den Erfolg sind dabei aus meiner Sicht zwei Voraussetzungen:
1. Der Snack Content muss Bestandteil einer Gesamt-Marketing Strategie sein, sonst verpufft die schnell generierte Reichweite.
2. Obwohl Snack Content nur kurze Info-Happen sind, zählt für eine hohe Viralität die Professionalität der Kreation und Produktion.
Sind diese beiden Aspekte gegeben, steht einer erfolgreichen Snack-Content-Kampagne nichts im Wege.

autor: franz-josef baldus,
koelnkomm socialmedia
geschäftsführer
Akademieleiter Vine-Academy

publiziert am 01.09.2015