Snack-Content: Wie Memes zu viralen Krachern werden

Katzenbilder mit witzigen Sprüchen: Diese Memes kennt jeder. Doch nicht jeder Katzen-Content mit einer skurrilen Pointe wird automatisch zu einem viralen Kracher. Ob ein Meme im Netz verbreitet wird oder wieder in der Internetversenkung verschwindet, darüber fällen die User das Urteil.


Was steckt hinter diesem Internetphänomen? Warum überflutet diese Form des Snack Content die Newsstreams der sozialen Netzwerke? Gibt es Gründe, warum sich einige Meme in null Komma nichts viral verbreiten und andere keine Resonanz bekommen? Inwieweit können Marketing-Verantwortliche von dem erfolgreichen Snack-Content-Format profitieren? Was gilt es bei der Erstellung zu beachten?
Snack Content begeistert Fans und Follower

Was ist ein Meme?

Bilder oder kurze Videos, die eine Momentaufnahme der Realität abbilden, und in einem neuen, mitunter irrwitzigen Kontext gesetzt werden: Das sind Memes. Grundsätzlich kennen Memes keine Grenzen. Politiker, TV-Serien oder Tiere: Jedes Motiv ist recht. Immer geht es bei dieser Form des Snack Content darum, sich über jemanden oder etwas lustig zu machen. Man könne auch sagen: Meme sind Karikatur 2.0. oder Insiderwitze für eine großen Netzgemeinde. Laut des Internet-Magazins „Lead-digital“ unterteilt man Meme thematisch in fünf Kategorien:
1. Verarbeitung tagesaktueller Ereignisse
2. Überraschung durch Verfremdung
3. Babys und Tiere als Erfolgsgaranten
4. Schockieren oder Übertreiben
5. Solidarisierungsaufrufe

Vom erzählten Witz zur viralen Sensation

Memes sind kein typisches Internetphänomen. Laut der Autoren des Buches „Internet-Meme – kurz & geek“ (2013) erlehmann und plomlompom erzählten sich die Menschen schon immer lustige Geschichten und Witze.
Ihre Meinungen und Ansichten drücken sie zudem über lustige Gemälde und Karikaturen aus. Mit den technischen Neuerungen des letzten Jahrhunderts veränderten sich auch die Kommunikationswege. Als Vorläufer heutiger Memes nennen die Autoren in den 70er Jahren die RTTY-Art, mit der sich Amateurfunker lustige Bilder hin und her geschickt haben. In den 80er Jahren eroberten der Begriff LOL („Laughing Out Loud“) und Smileys die Kommunikation in E-Mail, SMS, Computerspielen oder Chats. Weiterhin zählen die Autoren die ASCII-Kunst (Bilder werden mit Buchstaben, Ziffern oder Sonderzeichen dargestellt) zum Pionier heutiger Memes.
Wie erfolgreich Memes werden können, zeigt das Beispiel von Grumpy Cat. Im September 2012 veröffentlichte die Katzenbesitzerin Besitzerin Tabatha Bundesen ein Meme ihrer „grummeligen Katze“ auf der sozialen Plattform Reddit und wurde vom Erfolg überrannt. Heute gibt es drei Bücher, bis zu 10.000 Merchandising-Artikel – von einem Kuscheltier über CDs bis zum Socken. Ihre treue Social-Media-Gefolgschaft ist zahlreich. Twitter: 300.000 Follower, Facebook: über 8 Millionen Fans und Instagram: über 1 Millionen Follower.
Die Meme-Kultur ist eben viral sehr erfolgreich. Das ist Fakt. Facebook-Seiten wie 9 Gag oder die Unterhaltungswebsite Meme leben von der Beliebtheit. Doch auch abseits der Geschäftswelt finden Memes viele Fans. Die Website www.knowyourmeme.com beispielsweise dokumentiert und sammelt seit 2008 Internet-Memes.

Lohnt sich Social Media Marketing mit Memes?

Ja, auf jeden Fall. Immerhin teilen Millionen von Menschen täglich auf sozialen Netzwerken die lustigen Bilderschnipsel. Aber wie können Marketing-Profis von diesem Instrument profitieren? Die Vorteile des Snack-Content Formats Meme liegen auf der Hand:
• Memes sind bei der Internetgemeinde bekannt und beliebt.
• Die Bildsprache eines Meme wird sofort verstanden.
• Memes sind einfach und günstig zu produzieren. (z. B. mit einem www.memegenerator.net)
• Memes sind shareable in den sozialen Netzwerken. Der lustige Content animiert User den Meme aus eigenem Antrieb heraus zu teilen.
• Die witzigen Bilder-Sprüche lösen beim Betrachter Emotionen aus. Das stärkt die positive und nachhaltige Bindung an die Marke.

7 Tipps zur Erstellung von Memes

Anfragen vonseiten der Unternehmen, im Rahmen von Snack Content Produktionen auch Memes zu erstellen, haben bei mir im vergangenen Jahr stark zugenommen. Was gibt es bei der Produktion zu beachten? Hier habe ich 7 Tipps zusammengestellt:
1. Meme sind wie Insider-Witze. Spielen Sie mit dem Wiedererkennungseffekt. Das erleichtert den Menschen die gedankliche Zuordnung.
2. Recherchieren Sie ein bisschen. Um nicht kalt erwischt zu werden, ist es wichtig zu wissen, wie Memes funktionieren. Peinlich, philosophisch, politisch, hintergründig oder sarkastisch: Alles Attribute, die auf ein Meme zutreffen können. Was passt zu ihrer Marke?
3. Das Internet ist schnell. Meme-Trends sind noch schneller. Deshalb muss ein Unternehmen zeitnah reagieren. Seien Sie eng bei ihrer Zielgruppe und haben Sie ein Gespür dafür, welche Themen aktuell „hip“ sind.
4. Apropos Zielgruppe. Welchen Sprachstil findet sie witzig? Welche Situationen erleben sie im Alltag? Je besser man den Geschmack seiner Zielgruppe kennt, umso passgenauer kann ein Meme produziert werden.
5. Das richtige Wording der Memes ist das A und O. Der Spruch oder der Witz soll sofort im Gehirn hängenbleiben.
6. In puncto Urheberschaft ist das Gros der Meme-Prodzenten eher lasch. Da Sie aber stellvertretend für ein Unternehmen auftreten, sollte Sie in diesem Punk besonders achtsam sein. Ich lege bei Erstellung von Memes für meine Kunden sehr viel Wert darauf und nutze nur von mir individuell produziertes Bild- und Textmaterial.
7. Intergieren Sie Memes in ihre Gesamt-Marketing-Strategie. Das erhöht den Wiedererkennungseffekt auf den vielen sozialen Netzwerken und steigert Ihre Glaubwürdigkeit und Authentizität.

Fazit

Solche kurzen schnellen Momentaufnahmen wie Memes, die die Emotionen den Menschen in Sekunden ansprechen, werden auch in Zukunft das Internet überschwemmen, unabhängig davon, ob die Zielgruppen mobil oder am PC kommunizieren. Dabei ist das Phänomen Meme nicht neu. Wurden früher besondere Ereignisse in Glossen und Karikaturen nach ein paar Tagen verarbeitet, reichen heute – dank der Technik – Minuten, um lustige Botschaften mit einem Meme über das Internet zu verbreiten. Dabei ist die Relevanz der Memes relativ. Wer als Unternehmen aus der Masse an Content herausstechen will, sollte Kriterien wie schräg, witzig, peinlich, aufregend oder unterhaltsam in seinen Meme-Schatz mitaufnehmen. Dann erreichen die Memes auch die gewünschte Reichweite.

autor: franz-josef baldus,
koelnkomm socialmedia
geschäftsführer

publiziert am 05.01.2016