Erklärvideos und ihre Historie – Wo kommen sie her und was macht sie so besonders?

Erklärvideos boomen. Ob auf Firmenwebsites oder Social Media Plattformen, überall stoßen wir auf kurze Videos, die uns die Welt erklären. Aber was macht das Format „Erklärvideo“ eigentlich so besonders?
1. Es ist kurz und simpel.
Die Inhalte in Erklärvideos sind auf das Wesentliche reduziert.
In den 1-3 minütigen Kurzfilmen werden komplexe Zusammenhänge, Dienstleistungen oder Produkte und ihre Funktionsweise klar und verständlich übermittelt.
2. Es erzählt eine Geschichte.
Mit einfacher Symbolik und einem gut gewählten Kontext generieren Erklärvideos Aufmerksamkeit und Sympathie.
3. Es berührt und unterhält.
Gezielt eingesetzte Elemente, wie Bild, Sprache, Text und Musik rufen Emotionen in uns hervor. Dadurch können wir Informationen aus Erklärvideos länger in unserem Kopf speichern. Das menschliche Gehirn ist nämlich so programmiert, dass es visuelle Reize besser und nachhaltiger verarbeiten kann als reinen Text.
Erklärvideos gefallen uns also deshalb besonders gut, weil wir in ihnen einfache Antworten auf immer komplexer werdende Fragestellungen finden. Dabei wird das Wesentliche schnell, verständlich und unterhaltsam auf den Punkt gebracht. In unserer vernetzten Welt machen Videos schon lange einen Großteil des Onlinetraffics aus – umso erstaunlicher ist es, dass es das Erklärvideo in der Form, wie wir es heute kennen, noch gar nicht so lange gibt.

Im ersten Erklärvideo ging’s um Twitter

Im Jahr 2008 löste das Unternehmen Common Craft mit seinem Legetrick-Video „Twitter in Plain English“ die Erfolgswelle des Erklärvideos aus.

Alks erstes Erklärvideo gilt eines zum Thema Twitter

Alks erstes Erklärvideo gilt eines zum Thema Twitter

Mit simplen Mitteln erklären die Macher hier die Funktionsweise von Twitter und treffen damit offenbar genau den Geschmack der User. Das Video wurde mittlerweile über 3 Millionen Mal angesehen und überzeugt vor allem durch seine Einfachheit.

Wie konnte es überhaupt zum Erklärvideo-Boom kommen?

Eigentlich war die Entwicklung der Erklärvideos ein ganz natürlicher Prozess. Seitdem es das Bewegtbild gibt, werden Filme auch dafür genutzt, um Dinge zu erklären oder auf etwas aufmerksam zu machen. Ein gutes Beispiel hierfür sind die deutschen Industriefilme ab dem frühen 20. Jahrhundert, die in ihrer Form stark an heutige Imagevideos erinnern. Auch entstanden ab den 1950ern Aufklärungsfilme und Informationssendungen, die man schon als Vorläufer der heutigen Erklärvideos bezeichnen kann. Eine der ersten und bekanntesten war die WDR Produktion der „Der 7. Sinn“, eine Verkehrsaufklärungssendung für Erwachsene.

Der 7. Sinn

Der 7. Sinn


Anders als die Industrie- und Aufklärungsfilme, die sich stark in Länge und Gestaltung unterscheiden konnten, war eine Folge von „der 7. Sinn“ durchschnittlich drei Minuten lang und brachte das Wesentliche auf den Punkt. Damit gelang den Machern, zumindest was das Kriterium Länge angeht, ein Schritt in die richtige Richtung. Doch der Unterschied liegt im Detail.

Powerpoint als Vorläufer von Erklärvideos

Industriefilme und Informationssendungen sind vor allem Formate fürs Fernsehen. Im Gegenteil dazu ist das Erklärvideo von heute fest verankert in der digitalen Welt. Die Grundlage dafür wurde in den 1990ern geschaffen, als Powerpoint – das ultimative Erklärungstool – den Markt eroberte. Innerhalb kurzer Zeit waren die anschaulichen Präsentationen und Animationen fester Bestandteil der digitalen Kommunikation und schon bald nicht mehr aus den Büros und Konferenzräumen auf der ganzen Welt wegzudenken. Im Jahr 2004 brachte Powerpoint dann ein Voice Add-On heraus, mit dem es zum ersten Mal möglich war, Text, Bild und gesprochene Sprache in einer Präsentation miteinander zu kombinieren. Die konnte man zwar noch nicht als Erklärvideos bezeichnen, aber sie ebneten den Weg für das, was dann kam: Als 2005 Youtube an den Start ging, fanden auch die ersten simplen „how-to“ und „what-is“ Videos“ ihren Weg ins Netz. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten und so war die Entwicklung bis hin zum heutigen Erklärvideo quasi die logische Konsequenz.

Die Erfolgszutat: Internet

Kaum ein anderes Medium bietet uns so viele Möglichkeiten zur Vernetzung und Kommunikation wie das Internet. Kein Wunder also, dass mit dem Legetrick-Video „Twitter in Plain English“ ein Online-Trend angestoßen wurde, der schnell Nachahmer fand und sich stetig weiterentwickelt. Auch neun Jahre nach dem ersten erfolgreichen Erklärvideo ist und bleibt die Nachfrage hoch: Wenn Sie heute (Stand März 2017) „Erklärvideo“ bei Youtube eingeben, erhalten Sie etwa 172.000 Ergebnisse – das sind 22.000 mehr als noch im Sommer 2016 – im englischsprachigen Raum finden Sie sogar über 3 Millionen „explainer videos“.

Quality matters

Damit sich Ihr Erklärvideo von der großen Masse schon existierender Erklärvideos unterscheidet, ist vor allem eins wichtig: die Art und Weise wie es entwickelt und produziert wird.
Bei einem Premium Erklärvideo steht am Anfang ein ausgereiftes pädagogisches Konzept, dann muss der passende Designstil entwickelt werden, es folgt die Produktion in Sketchnote-, Animations-, Realfilm- oder einer anderen Technik und schließlich das richtige Marketingkonzept für die optimale Verbreitung im Netz.
Gedacht werden sollte nicht nur an das Erklärvideo selber, sondern auch an die Snack-Content Formate, die die optimale Aufmerksamkeit für Ihr Erklärvideo herstellen. Dazu zählen Maßnahmen wie Infografiken, ultrakurze Snack-Content Videos und natürlich auch Blogartikel- oder Posting-Texte.
Tipp: Wählen Sie einen Dienstleister, der Ihnen dies alles bieten kann. Das sind in der Regel nicht die Billiganbieter mit ihren Erklärvideos “von der Stange”, von denen es inzwischen so viele gibt wie Sand am Meer. Wählen Sie einen Premium-Anbieter, die Ihr ganz eigenes, individuell auf Ihre Marke zugeschnittenes Erklärvideo entwickelt und Sie auch bei dessen Verbreitung berät.

Publiziert am 21.03.2017

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