HD oder 4K? Was nehme ich für die Smartphone-Videographie?


HD und 4K – was ist das?

Die Begriffe HD und 4K bezeichnen die Auflösung, mit der ein Video aufgenommen wird.
HD steht für High Definition, während 4K für Ultra High Definition steht bzw. für eine Vervierfachung der Pixelanzahl bei vergleichbarem Format.
4K hat also rein produktionstechnisch die höhere Qualität.

Alles klar: 4K – oder etwa doch nicht?

„Alles klar, 4K“ ist also Ihr erster Gedanke, schließlich kann man bei Smartphones der neueren Generation 4K als Standard-Videoeinstellung wählen.
Dazu wählen Sie folgenden Weg:
Einstellungen > Kamera > Video aufnehmen

HD oder 4K? Was ist sinnvoll in der Smartphone Videographie? Snack-Content

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Dennoch muss man sich bei der Smartphone-Videographie die Frage stellen, ob das wirklich sinnvoll ist.
In dem Zusammenhang möchte ich auf folgende Umstände hinweisen:

Datenkapazität
4K ist sehr datenintensiv und verbraucht pro Video schon in wenigen Sekunden eine Menge Speicherkapazität.
Zum Vergleich – eine Videominute in höchster HD-Qualität bedeutet 90 MB, dasselbe in höchster 4K-Qualität bedeutet 400 MB.
Bevor Sie also in 4K produzieren, sollten Sie prüfen, ob Ihr Smartphone über genug Speicher verfügt, denn ansonsten heißt es sehr schnell „Speicherkapazität reicht nicht aus“.

Übertragungszeiten
Weil 4K mit hohen Datenmengen verbunden ist, sind Dateiübertragungen zeitintensiv. Wer wie ich viel mit der Dropbox oder mit anderen Clouds arbeitet und dort nahezu alles ablegt, was produziert wird, kann sich schon mal ein paar Bücher zulegen, um die üppigen Ladezeiten zu überbrücken, denn die sind logischerweise mindestens viermal so lang wie bei HD-Qualität.
So lange dauert aber auch die Übertragung in manche Smartphone-Schnitt-App, zum Beispiel in Cute CUT Pro, die ich sehr gerne einsetze.
Bei Produktionen, in denen es auf Geschwindigkeit ankommt, ist das häufig ein lästiges Hindernis.

Apps
Die Smartphone-Videographie lebt von Apps, mit denen Sie Videos aufnehmen, schneiden, postproduzieren und mit Effekten versehen.
Nicht jede App läßt die gesamte Bearbeitung in 4K zu – etliche Apps komprimieren Ihr Originalvideo beim Upload in die App, so dass die Ultra HD Qualität verloren geht.
Andere App-Betreiber verlangen für die Ultra HD-Bearbeitung zusätzliche Gebühren pro Jahr – und die sind zum Teil recht happig.

Story und kreative Qualität
Ob Ihre Story gut und kreativ genug ist, um das Kommunikationsziel Ihres Videos zu erreichen, entscheidet sich nicht durch Begriffe wie HD oder 4K.
Ich habe schon häufig die Erfahrung gemacht, dass diejenigen, mit denen Sie nach drei Gesprächsminuten schon über 4K, 5K oder über das neuste Gimbal diskutieren, am Ende nicht die kreativsten Story-Entwickler sind.
Die (kreative) Kraft der Story ist jedoch für die überwiegend mobil konsumierten Videos in den allermeisten Fällen das ausschlaggebende Erfolgselement. Eine schwache Story wird auch durch 4K nicht besser, einer starken Story ist es oft egal, ob sie „nur“ in HD rüberkommt.

Was setzt koelnkomm ein?
Die meisten Produktionen meines Unternehmens werden auf dem Smartphone und in HD produziert.
Da ich aber ohnehin mit mehreren leistungsstarken Smartphones produziere, habe ich auf meinem alltäglichen iPhone 8 Plus die HD-Qualität eingestellt, während das iPhone Xs Max standardmäßig auf 4K in der höchsten Auflösung von 60fps produziert, eine Auflösung, mit der Sie locker einen TATORT oder einen Kinofilm produzieren könnten (wie Steven Soderbergh das ja neulich sogar schon gemacht hat).

Fazit

HD reicht in den meisten Fällen aus, insbesondere wenn das Video für den mobilen Konsum produziert wird und auf einer starken, kreativen Story aufbaut.
Kommt es beim Video auf die Kraft der großen Bilder an, dann sind Sie mit 4K vermutlich besser beraten.
Egal ob HD oder 4K, leistungsstarke Smartphones werden zu einer immer stärkeren Konkurrenz für die großen Kamerasysteme, die früher den Videomarkt beherrscht haben, weil es ohne sie nicht ging – aber diese Zeiten sind längst vorbei.

Franz-Josef Baldus, Akademieleiter der Vine Academy Deutschland

Franz-Josef Baldus, GF koelnkomm kommunikationswerkstatt

franz-josef baldus,

geschäftsführer koelnkomm kommunikationswerkstatt

aktualisiert am 27.03.2019