Kontinuierlich visuelle Leuchtturm-Projekte erzeugen - eine Vision


Mit Snack-Content visuelle Leutturmprojekte produzieren

Marken-Content. Zwei Formate ragen leuchtturmartig heraus

Die Frage, welcher Marken-Content in den Sozialen Netzwerken leuchtturmartig herausragt und eine besonders emotionalisierende, sympathieaufbauende Wirkung hat, ist leicht zu beantworten – visueller Content, genauer gesagt zwei Formate innerhalb des visuellen Contents:
> Das gut gemachte, aufwändig produzierte und strategisch perfekt verbreitete Video
> Snack-Content in Form von Memes, GIFs bzw. Kurzvideos

Die Videos

Bei gut gemachten Markenvideos fallen uns allen sofort Werke ein wie Supergeil, Heimkommen, Ist mit egal & Co.

Warum ist das so?
Den größten Anteil neben Kreativität und Originalität trägt das Budget.
Die genannten Videos sind zweifellos mit ausreichendem Budget produziert worden. Auch für ihre schnelle Verbreitung stand offenbar Geld zur Verfügung.
Von welchen Kosten sprechen wir hier?
Die Produktion von aufwändigen Clips schlägt durchschnittlich mit Budgets zwischen 250.000 € und 400.000 € zu Buche.
Die Investition in eine perfekte virale, sprich lawinenartige Verbreitung kann man mit etwa 100.000 € beziffern.
Insgesamt also ein guter Batzen Geld.

Aus Sicht eines Video-Creators ist es beruhigend, dass Unternehmen den markenbildenden und verkaufsfördernden Wert von Internet-Videos jenseits der reinen Commercials inzwischen zu schätzen wissen und darin investieren.

Der Snack-Content

Auch Formate wie Memes, GIFs oder Kurzvideos sind in der Lage, kommunikative Hits zu landen.
Beispiele wie das Volvo-GIF mit Van Damme, das Yoga-Video von lululemon oder das 3,4 Millionen mal angeschaute Porsche Vine- bzw. Twitter-Kurzvideo “Swipe” sind in dem Zusammenhang zu erwähnen.
In diesem Falle ist jedoch nicht das Budget für den großen Erfolg verantwortlich, sondern ausschließlich Kreation und Originalität.

Konsequent weitergedacht müsste also die Investitionsbereitschaft der Marken nun bei den kurzen Videos und Snack-Content Formaten ankommen, denn die werden die Zukunft visueller Kommunikation prägen und neue Konsumgewohnheiten bei visuellem Content entstehen lassen.

Meine Prognose:

Die Erfolge im Snack-Content Sektor werden die Erfolge längerer Videos noch toppen können, denn kürzere Formate von 20-30 Sekunden werden meist bis zu Ende angeschaut, während längere Videos von enorm vielen Menschen nur auszugsweise, also ohnehin in Snack-Content-ähnlichen Häppchen konsumiert werden – ein Umstand, der mit der aktuellen und sinkenden Konzentrationsfähigkeit des Menschen gegenüber Web-Content zu tun hat.

Zukünftig müsste also von investitionsbereiten Unternehmen nicht nur einmal im Jahr ein Budget für das langes Video zur Verfügung gestellt werden, sondern zudem ein angemessenes Jahres-Budget für den kontinuierlichen visuellen Snack-Content – ein Budget, das Video-Creator in die Lage versetzt, auch bei den kurzen Formaten Leuchttürme zu produzieren, und zwar immer wieder.

Einige große Player wie Coca-Cola praktizieren dies bereits und statten Agenturen wie Ogilvy, die den europaweite eingesetzten Snack-Content produzieren, mit entsprechenden Budgets aus.
Bei den meisten Unternehmen und Marken hat sich die Erkenntnis jedoch noch nicht durchgesetzt, so daß die enormen Schätze, die der Snack-Content bietet, noch nicht gesucht oder gehoben werden. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass sich dies mit den veränderten visuellen Konsumgewohnheiten schon mittelfristig ändern wird.



 

Publiziert am 25.04.2017

Franz-Josef Baldus, Akademieleiter der Vine Academy Deutschland

Franz-Josef Baldus, GF koelnkomm kommunikationswerkstatt