Snack-Content - der Siegeszug der kurzen Botschaft



Let’s jump through Cologne

Die SMS statt einer E-Mail.
Das Bild über WhatsApp statt einer Postkarte.
Der Snap statt eines Gesprächs.
Die Infografik statt einer Studie.
Kurzvideos anstelle eines langen Film.
Die Informationen, die Menschen heutzutage konsumieren, werden immer reduzierter. Woher kommt diese Entwicklung?
Der Wunsch nach Informationen ist bei den Menschen tief verankert. Sie sind neugierig und wollen am liebsten alles wissen. Kein Problem mehr dank des Internets, das seit den 90er Jahren eine wahre Flut an umfangreichen Neuigkeiten zur Verfügung stellt.
Aber wer hat schon die Zeit, die Masse an News zu filtern, sinnvoll zuzuordnen oder zu verarbeiten? Erfolgreich sind deshalb im Netz die Informationen, die den Info-Dschungel entwirren, strukturieren und einfach präsentierten.
Rich Snippets, kurze Vorschautexte der Suchmaschine Google (2009 eingeführt), die die Inhalte anreißen und neugierig machen sollen, sind dafür ein gutes Beispiel.

• Eine Übersicht der Formate: Snack-Content begeistert Fans und Follower

Das Internet etablierte sich nach 2000 mehr und mehr zum Massenmedium. Es bot jedem die Möglichkeit, Informationen zu verbreiten. Websites, Foren, Chats, Blogs, Wiki oder E-Mail: Die Facetten, als Privatperson oder als Unternehmen Inhalte zu präsentieren und auszutauschen, wurden immer vielfältiger. Webcams, Digitalkameras oder Camcoder beschleunigten den Prozess, steigerten aber auch die Fülle an Informationen, die im Netz abrufbar waren. Parallel dazu sank die Aufmerksamkeitspanne der Menschen des digitalen Zeitalters von Jahr zu Jahr. Ein Widerspruch, dem die Internetgemeinde verstärkt mit Snack-Content wie Memes, GIFs, Kurzvideos, Infografiken oder anderen Formaten begegnete.

Soziale Netzwerke: Je kürzer desto lieber
Mit den sozialen Netzwerke, allen voran Facebook, das 2004 online ging, veränderte sich die Art und Weise vieler Menschen zu kommunizieren, aber auch sich zu informieren.
Zwar lässt ein Facebook-Post über 60.000 Zeichen zu, aber seien wir ehrlich: Wer nutzt die Möglichkeit schon aus?
Kurze Posts, Bilder oder Videos: Das ist der Content, der im Newsstreams der Nutzer auffällt und im Gedächtnis bleibt. Der Snack-Content nahm Fahrt auf.

Die Organisation von Informationen zu optimieren, also zu verkürzen: Dieser Gedanke steckte auch hinter dem Micoblogging-Dienst Twitter, der 2006 startete.
Telegrammartige Kurzmeldungen, die über eine soziale Plattform in Echzeit verbreitet werden, kamen bei den informationshungrigen Menschen gut an. Die Begrenzung auf 140 Zeichen förderte den Zwiespalt der Menschen, einerseits alles wissen zu wollen und andererseits immer mehr unter Zeitmangel zu leiden.

Waren bei Facebook und Twitter anfangs Textposts an der Tagesordnung, merkten die Menschen schnell: Mit Bildern lässt sich mehr erreichen.
Mit YouTube steigt die Bedeutung der Videos Einbindung in Facebook und Twitter, kein Problem.
Heute sind soziale Netzwerke Normalität. Das bedeutet aber auch: Wer auffallen will, braucht etwas Besonderes.
Snack-Content bietet alles was die User wollen: Infos, Spaß, Unterhaltung und alles dem Zeitgeist entsprechend schnell konsumierbar.

Mobiler Content = erfolgreicher Content
Im Jahr 2007 brachte Apple sein erstes iPhone auf den Markt. Kurze Zeit später erschien das erste Android-Smartphone. Mit dem Erfolg des Smartphones, das heutzutage besonders bei der jüngeren Generation als hauptsächliche Informationsquelle herangezogen wird, stieg auch die Reichweite der verschiedenen Kurz-Content-Formate. Apps gewinnen mehr und mehr an Bedeutung. Instagram, Snapchat, WhatsApp, Periscope oder Vine erreichen heute mit Kurzvideos, Live-Streams und Bildern ein Millionenpublikum. Mobil fotografiert, mobil gedreht und geschnitten, mobil und live verbreitet: Snack-Content-Apps machen es möglich.

Fazit
Die Digitalisierung der Gesellschaft hat in den letzten 20 Jahren die Informationslandschaft sowie das Kommunikations- und Konsumverhalten der Menschen verändert.
Die Flut an News, Bewertungen und Erläuterungen auch über Produkte und Dienstleistungen steht dem „wegzappenden“ User gegenüber. Das bedeutet für Unternehmen, die Ihre Marke über das Internet und das Smartphone verbreiten möchte: Wer seiner Zielgruppe seine „Message“ oder seine Story nicht in kürzester Zeit vermittelt kann, verliert potentielle Kunden. Snack-Content ist dafür die Lösung. Snack-Content Formate sind erfolgreiche Instrumente, die die Netzgemeinde liebt. Probieren Sie es aus.

autor: franz-josef baldus,
koelnkomm socialmedia
geschäftsführer
Akademieleiter Vine-Academy

publiziert am 15.09.2015