Woher nehmen wenn nicht stehlen? Der Sound für kurze Videos




Musikrechte sind eine heikle Angelegenheit mit vielen Stolperfallen.
Das liegt zum einen daran, dass Internet-Videos international betrachtet werden und die Rechtslage in nahezu jedem Land anders ist. Zum anderen können mit Komponist, Texter, Sänger, Produzent, Arrangeur, Orchester, Bandmitglied, Plattenfirmen u.s.w. manchmal unüberschaubar viele Beteiligten Rechte an einer Musikproduktion anmelden.
Mir als Video-Creator wird daher in meinen Workshops immer wieder die gleiche Frage gestellt:
Woher bekommt man eigentlich juristisch unproblematischen Sound?
Dazu gibt es mehrere Möglichkeiten, die ich hier einmal kurz beleuchten möchte:

1. Selber machen

Die unproblematischste Art ist es, den benötigten Sound einfach selber zu machen, d.h. selber zu komponieren und einzuspielen – oder mit guter vertraglicher Absicherung in Auftrag zu geben.
Das ist individuell und bietet die Chance, den Unternehmen und Marken, für die der Sound benötigt wird, eine ganz eigene Audio-Welt zu geben.
Gut und professionell gemacht ist dies gewiß auch die teuerste Lösung und daher nicht unbedingt üblich, wenn es um sekundenkurzen Snack-Content geht.

2. Freie Musik-Archive

Viele Video-Produzenten bedienen sich aus Kostengründen bei freien Musik-Archiven, auf deren Websites man nach bestimmten Stichworten Musik aussuchen und kostenfrei downloaden bzw. GEMA-frei einsetzen kann.
Ich kann hier nur zur Vorsicht raten!
Sie haben keinerlei Kontrolle darüber, aus welchen Quellen der Betreiber entsprechender Plattformen seinen Audio-Content bezieht. Daher können Sie auch nicht kontrollieren, ob es nicht doch irgendwo irgendjemanden gibt, der später mal seine Rechte an dem Stück anmeldet – möglicherweise zu einem Zeitpunkt, zu dem die freie Musik-Plattform schon gar nicht mehr existiert.
Das Risiko mag für den privaten Hausgebrauch überschau sein, nicht jedoch wenn Sie für ein Unternehmen oder gar große internationale Marken ein Video kreieren, und sei es auch noch so kurz.

3. Rechte kaufen

Juristisch sicherer als bei freien Musik-Archiven ist der Rechte-Ankauf bei Bezahl-Plattformen. Dazu zählen inzwischen auch die großen Foto- und Video-Stockanbieter wie Getty Images, istock, Shutterstock & Co.
Hier unterscheidet man, wie beim Fotoeinkauf, in lizenzfreie (Royalty Free) oder lizenzgebundene Stücke.
Häufig ist es so, dass die musikalisch betrachtet etwas besseren Stücke in den lizenzgebundenen Verkauf gehen, man also jedes Mal wieder neu bezahlen bzw. aufstocken muss, wenn man sie von Einsatzart, -zeitraum oder radius her noch über den lizensierten Zweck hinaus nutzen möchte. Auch das kann im Einzelfall richtig teuer werden.
Und auch hier liegen etliche Stolperfallen, an die man zunächst nicht unbedingt denkt. So kennen wir Fälle, bei denen die Videos von Unternehmen intern, aber webbasiert archiviert wurden – und es dadurch zu Abmahnungen und Geldforderungen kam, sei es weil so die Lizenzfrist überschritten wurde, oder weil die interne webbasierte Archivierung bei Musikeinkauf nicht lizensiert wurde.

Rechte lassen sich natürlich auch über die GEMA erwerben, jedoch ist dies in der Regel ziemlich teuer.

Ich selber bediene mich in der Regel weder bei freien Musik-Archiven noch bei den üblichen Bezahl-Plattformen.
Über meine Mitgliedschaft in der Corporate TV Association (CTVA) habe ich den skandinavischen Anbieter Epidemic Sound kennengelernt, der mit einem ganz neuen Ansatz auf den Markt getreten ist, den ich für den juristisch sichersten halte und dessen Preis-Leistungs-Verhältnis mich überzeugt hat.

4. Epidemic Sound

Epidemic Sound ist von Juristen gegründet worden, die sich jahrelang spezialisiert mit Musikrechtsfällen befasst haben.
Die Grundidee ist einfach: alles im eigenen Hause kreieren und produzieren, weltweit juristisch auf der sicheren Seite sein, und in Deutschland obendrein GEMA-frei.
Das betrifft sowohl die Produktion von Audio-Stockmaterial als auch die Kreation von eigenen Corporate-Audiowelten für Marken und Konzerne.
Inzwischen ist Epidemic Sound ein sehr stark wachsendes Unternehmen geworden. Auch in Deutschland wird das Hamburger Office immer größer.

Das Handling von Epidemic Sound ist denkbar einfach.
Man geht auf die Website, legt sich einmalig einen Account an und kann dann wie auf jeder anderen Plattform Sound nach bestimmten Begrifflichkeiten suchen.
Sucht man zum Beispiel nach „Funny“, werden 891 Tracks, 3 Alben und 34 Sound-Effects (SFX) angezeigt.

Epidemic Sound

Fällt die Wahl auf „Funny Moments 5“, klickt man auf Download und lädt das Stück herunter.

Epidemic Sound

Hat man nun 12 Sekunden des Stücks in ein Kurzvideo eingebaut, so lizensiert man zum Schluß die 12 Sekunden über die Website zur gewünschten Verwendung und zu sehr überschaubaren Preisen, lädt die Lizenz herunter – und fertig.

Diesen Prozess wiederholt man, wenn man das Stück erneut für ein anderes Video verwendet.

Fazit

Es gibt unterschiedliche Wege, den Sound für Snack-Content Kurzvideos zu bekommen, darunter auch solche, die rechtliche Risiken in sich bergen.ich selber kooperiere seit geraumer Zeit mit Epidemie Sound und fühle mich dabei immer auf der sicheren Seite.
Falls ihr auf die Idee kommt, den Anbieter mal auszuprobieren: unter der E-Mail-Adresse snack-content@epidemicsound.com bekommt ihr einen Gutschein über 50% Rabatt auf den ersten Lizenzeinkauf.

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Publiziert am 27.03.2018

Franz-Josef Baldus, Akademieleiter der Snack-Content Academy Deutschland

Franz-Josef Baldus, GF koelnkomm kommunikationswerkstatt